Freitag, 23 Februar 2018
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Chronik

Gründungsmusik Als "Jedermann" erstmals auf dem Domplatz starb, wurde der Eisenbahner-Musikverein Salzburg ins Leben gerufen. Er gehört, so wie Hofmannsthals Werk, seit 1920 zum Kulturleben der Stadt Salzburg.

 

Chronik des Eisenbahner-Musikvereines Salzburg

1920

Vereinsgründung durch Obmann Paul Schmied und Kapellmeister Franz Hulan
.
Die Idee, die Eisenbahner in das Kulturleben der Stadt Salzburg einzubinden, entsprang wohl aus der allgemeinen Stimmung, einem nach den Wirren des 1. Weltkrieges nach Kultur lechzenden Salzburger Publikum nicht nur die Hochkultur der Festspiele, sondern auch volksnahe Kunst und Musik darzubieten. Dass es gerade den durch den Bahnbau in Salzburg zahlreich sesshaft gewordenen Eisenbahnern gelang, eine eigene Musikkapelle auf die Beine zu stellen, mag damals erstaunt haben. Der neue Klangkörper wurde jedoch bereits bei seinem Gründungsfest vom Publikum gut angenommen.

Der Mirabellgarten bot den Salzburger Stadtkapellen im Sommer eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich einem breiteren Publikum vorzustellen. Die sonntäglichen Promenadekonzerte, an denen sich seit 1921 auch die Eisenbahner beteiligten und später auch die abendlichen Leuchtbrunnenkonzerte wurden bald ein beliebter Treffpunkt für die Salzburger und deren Gäste. Diese sommerliche Konzertreihe hat sich genauso wie die im November 1924 erstmals veranstaltete Gedenkmesse für die verstorbenen Mitglieder und Berufskollegen bis heute erhalten.

Das Aufgabengebiet des Klangkörpers wurde ständig erweitert. Für die chronik2_1Mitglieder und Freunde wurden eigene Mitgliederkonzerte organisiert und im Fasching der Eisenbahnerball veranstaltet. Dazu kamen immer öfter auch Verpflichtungen in anderen Städten und auch schon im benachbarten Ausland.
Im Jahre 1928 wurde mit großem Aufwand eine Neuuniformierung des Klangkörpers vorgenommen.


1930

Auch in anderen Städten Österreichs hatten sich inzwischen Eisenbahnermusikkapellen formiert. Sie alle wurden 1932 zu einem großen Auswahlspiel in den großen Saal des Wiener Musikvereines geladen, wo unserem Klangkörper von einer hochkarätig besetzten Jury der sehr ehrenvolle 2. Preis verliehen wurde. Im gleichen Jahr gelang es auch noch, das Notenarchiv durch Ankauf der Notenbestände der ehemaligen Radetzkymusik erheblich zu erweitern.

Neben der Blasmusik wurde auch ein Streichorchester aufgestellt, welches unter anderem 1934 bei einem Großkonzert in Wels erfolgreich eingesetzt wurde.

chronik3 Im Zuge der allgemeinen politischen Entwicklung wurde 1938 der EMV Salzburg zur Werkskapelle erklärt und dadurch in seinen Aktivitäten schwer eingeschränkt. Private Auftritte waren grundsätzlich untersagt und bedurften der ausdrücklichen Genehmigung des Präsidenten der Reichsbahndirektion Linz. Ein Höhepunkt in diesem Jahr war jedoch eine Konzertreise nach Hamburg zum Stapellauf des Ozeanschiffes "Wilhelm Gustloff".

 



1940

Mit Kriegsende im Mai 1945 wurde die Werkskapelle und somit der EMV Salzburg aufgelöst. Die Eisenbahner ließen sich jedoch nicht unterkriegen. Mit Zustimmung der amtierenden Militärbehörde wurde der Verein neu gegründet und der in aller Eile wieder zusammengestellte Klangkörper spielte bereits am 2. September 1945 wieder ein Promenadekonzert im Mirabellgarten.
Kapellmeister Huemer
Es war jedoch äußerst schwierig, die Musikkapelle und auch den Verein wieder in geordnete Bahnen zu bringen. Die Musiker waren zum Teil aus dem Krieg nicht mehr zurückgekehrt oder anderswo untergekommen. Der Mitgliederstand musste neu aufgebaut werden. Mit vereinten Kräften gelang es jedoch, die schwere Nachkriegszeit zu überwinden.

Als dann im Jahre 1949 Kapellmeister Leopold Huemer sein Amt antrat und ein Jahr später Oskar Bieder zum Obmann bestellt wurde, begann für den EMV eine neue Ära.


1950

Uniform 1950 Zunächst wurde für den Klangkörper die neue Dienstuniform der ÖBB angeschafft (Uniform 1950). Obmann Bieder war es gelungen, mit Unterstützung der Stadt Salzburg und des Fremdenverkehrsbüros große Konzerttourneen in das europäische Ausland wie Frankreich, Italien, Belgien u. a. zu organisieren und dabei den EMV Salzburg als Werbeträger für Salzburg einzusetzen. Eine große Aufgabe für unseren Klangkörper.
Aus Anlass des 35-jährigen Bestandes des EMV wurde 1955 eine vollständige Neuinstrumentierung unseres Klangkörpers vorgenommen und ein großes Jubelfest gefeiert. Unter den zahlreichen teilnehmenden Musikkapellen aus dem In-und Ausland war auch die Kapelle aus Bühlertal im Schwarzwald, zu der noch bis heute enge freundschaftliche Verbindungen bestehen.

Für das nach dem Krieg wiederbelebte Streichorchester des EMV wurde nach einer größeren Betätigung gesucht. Nach einer Idee von Kapellmeister Huemer wurde das Neujahrskonzert im großen Saal der Arbeiterkammer Salzburg am 1. Jänner 1956 erstmals aufgeführt. Die Veranstaltung, bei der zeitweise auch der Chor der Kärntner Landsmannschaft mitwirkte, musste aus Platzgründen einige Jahre später in die große Aula der Universität Salzburg verlegt werden. Seit Auflösung des Streichorchesters in den 70-er Jahren wird das Neujahrskonzert vom großen Blasorchester des EMV bestritten.

Im Jahr der Weltausstellung in Brüssel (Expo 58) wurde der EMV Salzburg als Vertreter Österreichs zu den 60. Internationalen Musikfestspielen in Antwerpen nominiert. Konzerte in Luxemburg, Oostende, vor allem aber in Antwerpen standen auf dem Programm. Eine Gruppe des Trachtenvereines Alpinia war mit von der Partie und konnte ihrerseits mit ihren Tanz- und Gesangseinlagen begeistern. Auf Einladung des Österr. Botschafters wurde auch auf der Expo 58 im Österreichpavillon ein Konzert gespielt.
Widmung Rohracher
Der nach Kriegseinwirkung schwer zerstörte Salzburger Dom wurde nach seiner Wiederherstellung im Frühjahr 1959 mit einem großen Fest neu eröffnet. Der EMV Salzburg erhielt vom Domkapitel den ehrenvollen Auftrag, an einem der Festtage, der den Arbeitern gewidmet war, die musikalische Umrahmung zu übernehmen. Erzbischof Andreas Rohracher bedankte sich dafür herzlich mit einer Widmung.

 

 


1960

Eine der bedeutendsten Auslandsreisen war die im Jahr 1964 durchgeführte Reise nach Paris und Orleans Orleans. Der EMV war wiedereinmal als Vertreter Österreichs unterwegs. Diesmal um an der Jeanne d´Arc-Feier in Orleans teilzunehmen. Ein erhebendes Erlebnis für unsere Musiker, Seite an Seite mit der Musikkapelle der Französischen Fremdenlegion, Französischen Militärkapellen und zahllosen anderen Kapellen und Gruppen aus ganz Europa aufzumarschieren und das historische Fest einer ganzen Nation mitzuerleben.

Konzertreisen nach Deutschland, Frankreich, Dänemark und Ungarn waren Highlights in den folgenden Jahren. Viele Freundschaften wurden geschlossen und nicht selten kam es auch zu Gegenbesuchen ausländischer Kappellen hier in Salzburg.


1970

Zum 50-jährigen Bestandsjubiläum im Jahre 1970 wurde ein großes Fest mit mehr als 20 teilnehmenden Musikkapellen aus dem In- und Ausland gefeiert. Einer der Höhepunkte dabei war ein Gemeinschaftskonzert aller Eisenbahnerkapellen des damaligen Direktionsbereiches Linz, welches auf dem Residenzplatz stattfand.
uniform1973
Als im Jahre 1973 bei den ÖBB neue Dienstuniformen eingeführt wurden, wurde auch unser Klangkörper damit eingekleidet (Uniform 1973).

Im Herbst 1977 erlitt der langjährige Kapellmeister Leopold Huemer eine Herzattacke und musste 1978 aus gesundheitlichen Gründen sein Amt niederlegen. Huemer war 29 Jahre lang erfolgreicher Kapellmeister unseres Klangkörpers. Sein Nachfolger wurde Oskar Gruber.
Genauso wie die Uniformen unterlagen auch die Musikinstrumente einer ständigen großen Belastung, sodass im Jahr 1979 eine Generalüberholung des gesamten Bestandes erforderlich wurde. Finanziell eine große Belastung, die jedoch in gemeinsamer Anstrengung und mit Unterstützung durch die Arbeiterkammer und der Gewerkschaft der Eisenbahner positiv erledigt und gerade rechtzeitig zum 60-jährigen Bestandsfest abgeschlossen werden konnte.



1980

Vereinsflagge Fahne Zahlreiche Musikkapellen aus dem In- und Ausland nahmen an den Feierlichkeiten des 60jährigen Vereinsjubiläums teil zu dessen Anlass eine neue Vereinsfahne eingeweiht wurde. Diese Fahne, die als Symbol Salzburg, die Eisenbahn und die Musik vereint, ist bis zum heutigen Tage noch in Verwendung.
Von Anbeginn an war für den Klangkörper die Frage eines geeigneten Proberaumes und Archivs schwierig zu lösen. In den ersten Jahren nach Vereinsgründung und auch noch in den Vorkriegsjahren musste hier noch zeitweilig auf Gasthäuser ausgewichen werden. Später standen dann mehr oder weniger geeignete Diensträume zur Verfügung. Dank jahrelangen und intensiven Bemühungen unseres damaligen Vereinsobmannes Hanns Bayer und der Unterstützung der Gewerkschaft der Eisenbahner konnte der Musikverein im Jahre 1986 in das noch heute in Verwendung stehende Vereinsheim in der Elisabethstr. 34 einziehen.


1990

Beim großen Salzburger Landesfest, in dessen Rahmen auch ein Wertungsspiel der Musikkapellen durchgeführt wurde, erspielte unser Klangkörper unter der Leitung von Kpm. Oskar Gruber einen 1. Rang mit Auszeichnung.

Die Vereinsleitung, der seit 1991 Peter Grundbichler als Obmann vorsteht, war und ist ständig bemüht, für den Klangkörper neue Aufgaben zu erschließen und so auch dem Publikum und vor allem den Mitgliedern etwas Neues zu bieten. Neue Veranstaltungen wurden kreiert.
So wurde nach einer Idee des neuen Kpm. Dr. Rudolf Weikl 1991 das "Konzert in der Werkstätte" mit großem Erfolg in den Werkshallen der Zugförderungsleitungen Salzburg und Linz aufgeführt und sollte an die Arbeiter-Symphoniekonzerte aus der Zeit der Jahrhundertwende erinnern.
Mit den Proben für das Neujahrskonzert 1993 übernahm Kpm. Prof. Emil Rieder den Taktstock.

Mit im Programm die Uraufführung des Konzertstückes "Die Insel" von Professor Hermann Regner (Solist Ferenc Dornai). Ein Operettenabend im Zwerglgarten des Schosses Mirabell war der Beginn einer neuen Konzertreihe. Weiters wurde mit einer Konzertreise nach Olten in der Schweiz eine alte Freundschaft wiederbelebt, welche bis in die 50er Jahre zurückreicht.


Gruppenfoto Zum 75jährigen Vereinsjubiläum wurde erstmals eine CD aufgenommen und das Orchester in historische Dienstuniformen der K. &. K. Staatsbahnen aus 1891 eingekleidet. 34 in- und 4 ausländische Musikkapellen waren unsere Gäste und Gratulanten. Aus privaten Gründen übergab Prof. Emil Rieder nach zweieinhalb erfolgreichen Jahren den Taktstock an Kpm. Peter Wesenauer.Uniform
Aufgrund einer bei diesem Fest neu geknüpften Verbindung kam es 1996 zu einer Reise in die Bretagne mit Auftritten in Rennes, Dinan und San Malo. Ehre für unser Orchester war auch ein Konzert zum Fest zur Eröffnung der Salzburger Festspiele auf der Jedermannbühne vor dem Dom in Salzburg. Die Teilnahme an der 5. internationalen "Musikkonkurrence für Harmonieorkestre" in Nyborg (Dänemerk) brachte unserem Klangkörper bei großer internationaler Beteiligung einen 3. Platz ein. Konzerte im Raume Salzkammergut, der Heimat von Peter Wesenauer, ein Musical - Abend im Zwerglgarten des Schlosses Mirabell, ein Benefizkonzert zugunsten der Aktion "Licht ins Dunkel", sowie ein Gastkonzert in Hollabrunn folgten.
Nach 4 Jahren erfolgreicher Zusammenarbeit löste Peter Wesenauer den Kapellmeistervertrag vorzeitig auf.



2000

In diesem Jahr übernahm Kapellmeister Jan Steffen Bechtold die musikalische Leitung unseres Orchesters. Bechtold, der auch verschiedentlich als Chorleiter tätig ist, konnte sich durch eine lockere und sehr publikumsnahe Programmgestaltung bereits bei seinem 1. Neujahrskonzert die Herzen der Zuhörer erobern. Seine guten Beziehungen zu Salzburger Chören und zur Kirchenmusik ermöglichten dem EMV zunächst die Teilnahme am Chor- und Orchesterfestival "Cantus MM" in Salzburg und anverschiedenen kirchlichen Auftritten, wie etwa einer Messgestaltung in der Erlöserkirche in Bad Homburg und einem Hochamt, zelebriert vom Hr. Erzbischof Georg Eder im Salzburg Dom.

In administrativer Hinsicht konnte im Jahr 2002 eine seit Jahren laufende Sanierung unseres Vereinsheimes zumindest im Außenbereich erfolgreich abgeschlossen werden. Außerdem wurde im gleichen Jahr ein gut erhaltenes Vereinsfahrzeug angeschafft.

Musikalische Höhepunkte waren 2002 ein Gemeinschaftskonzert in der großen Aula der Universität Salzburg mit einer Gastkapelle aus Hamamatsu (Japan), die Aufführung der Cäcilienmesse von Charles Gounod im Salzburger Dom mit über 150 Mitwirkenden sowie die in Linz im Auftrag unseres Sponsors Fa. Roco musikalisch gestaltete und für "Licht ins Dunkel" gewidmete Roll-out-Feier der 100-sten Lokomotive der Reihe 1116. (Bilder und Texte unter "Unsere Kulturarbeit im Jahresablauf ist vielseitig")

Vielfach sind die Aufgaben, die unser Musikverein seit seiner Gründung im Jahr 1920 zu erfüllen hatte. Zahllose Kontakte zu in- und ausländischen Kapellen, die teilweise schon seit mehreren Jahrzehnten und über Generationen andauernd, beweisen es. Musik kennt keine Grenzen und Musik verbindet die Menschen.

Die Genugtuung, dass die Salzburger Eisenbahner einen Teil dazu beitragen können, ist der Lohn für alle, die sich in all den Jahren uneigennützig in den Dienst dieser guten Sache gestellt haben.

J/Ba u. P/G

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Termine

Mo Feb 26 @19:00
Probe
So Mär 11 @09:00
Probe
Mi Mär 14 @19:00
Generalprobe
Sa Mär 17 @20:00
Kirchenkonzert Kirche Feldkirchen/Ainring
Di Mär 20 @19:00
Damenrunde

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